Anfang der Woche wurde in Niedersachsen das sogenannte “Mosquito”-Gerät in Betrieb genommen, welches Schallwellen auf einer so hohen Frequenz aussendet, dass diese nur für Menschen unter 25 Jahren hörbar sind. Dadurch sollen Jugendliche von öffentlichen Plätzen vertrieben werden. Von den Herstellern wird es als wirksamstes Mittel zur Bekämpfung antisozialen Verhaltens“ gepriesen.
Der linksparteinahe Jugendverband linksjugend ['solid] kritisiert den Einsatz des Gerätes scharf und fordert ein sofortiges Verbot der Nutzung in Deutschland. Denn obwohl die Herstellerfirma das Gegenteil behauptet, können Langzeitschäden des Gehörs nicht ausgeschlossen werden, so Experten.
Doch auch so wäre diese Form des antisozialen Verhaltens seitens der Hersteller ein Skandal. Landessprecherin Antje Rosebrock zeigte sich entsetzt und forderte die Landessregierung auf, unverzüglich den Einsatz des Gerätes zu verbieten. Es ist ein Skandal, dass Jugendliche in Niedersachsen wie lästige Insekten behandelt werden“, erklärte Rosebrock, Zumal werden undifferenziert alle Jugendlichen in dem beschallten Bereich angegriffen und nicht nur potenzielle Störenfriede.“
Landessprecher Kai Padberg ergänzte: Niemand darf das Recht haben, eine Gruppe, von der sie sich belästigt fühlt, von öffentlichen Plätzen zu vertreiben. Dadurch stellt der Einsatz einen klaren Verstoß gegen das in der Menschenrechtskonvention erlassene Diskriminierungsverbot dar. “
Die Firma selbst bestreitet dies. Die Versammlungsfreiheit wäre dadurch nicht eingeschränkt. Jugendliche könnten doch auf andere Orte ausweichen. Doch wohin? In unserer Gesellschaft etabliert sich immer mehr das Denken, dass junge Menschen in der Öffentlichkeit nichts zu suchen haben. Ihnen werden immer mehr Jugendzentren und andere Treffpunkte genommen. Die einzige Antwort darauf sind dann Maßnahmen wie diese, das Grundproblem wird absolut ignoriert.“

















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